Die Bergmatte bei Reigoldswil BL war früher ein extensiv genutzter Obstgarten mit Beweidung. Mit der Zeit starben die Obstbäume ab, wurden aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht ersetzt. Dennoch hatte die 10 Hektar grosse Fläche ein beachtliches Potenzial für die Biodiversität. Mittlerweile sind grosse Ast- und Steinhaufen aufgeschichtet, fünfzig Hochstamm-Obstbäume gepflanzt, über ein Kilometer Waldrand aufgelichtet und Krautsäume angelegt.
Die Aufwertungen schaffen eine ideale Umgebung für Vögel wie den Grauspecht und den Neuntöter, Reptilien wie die Zauneidechse und die Barrenringelnatter und Kleinraubtiere wie das Hermelin und das Mauswiesel. Einige dieser Arten kommen im Gebiet bereits vor. Vernetzende Lebensraumelemente wie Feldgehölze und Säume sowie die Auflichtung der Waldränder schaffen Zugang. Blumenwiesen, Altgrasstreifen und Strauchgruppen aus Wildgehölzen erhöhen zusätzlich die Artenvielfalt bei den Pflanzen und den Insekten.
Für die Förderung der Geburtshelferkröte, deren nächstes Vorkommen etwa 500 Meter entfernt liegt, wurden vier Kleingewässer im Kulturland und zwei im aufgelichteten Waldrand erstellt. Besonders wichtig für diese Amphibienart ist ein geeigneter Landlebensraum mit sonnenexponierten Böschungen auf lockeren Böden und spärlicher Vegetation gerade beim Fortpflanzungsgewässern, da sie nicht besonders wanderfreudig ist. Deshalb wurden im Umfeld der Kleingewässer Verstecke wie Stein- und Asthaufen aufgeschichtet. Ergänzt mit Sandhaufen und Strauchgruppen entstanden vielfältige Lebensrauminseln.
Ein besonderes Element ist die langfristige Erhaltung eines Holzpfahlweidezauns von knapp einem Kilometer Länge. Im Unterschied zu mobilen Zäunen, die heute auf vielen Weiden eingesetzt werden, bleibt der Holzzaun als ganzjährige Kleinstruktur und Ansitzwarte bestehen. Im Bereich der Holzpfosten und im Altgras können sich Wiesenameisen ansiedeln. Sie sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Grau- und Grünspecht. Dieses Landschaftselement wirkt wie ein Rückgrat in der Landschaft, weil hier gezielt Altgrasstreifen stehen gelassen und Buschgruppen gepflanzt werden.