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© Marcel Burkhardt

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News - Hintergrund

Ja zur Biodiversität!

April 2023

In der Schweiz gelten 40 % der Brutvögel als bedroht, ebenso wie viele andere Tier- und Pflanzenarten. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Umso dringender ist die Biodiversitätsinitiative zum Schutz von Natur und Landschaft in der Verfassung.

40 % der Vogelarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Auch das Insektensterben ist ein aufrüttelndes Alarmzeichen des stillen Artensterbens. Statt bedrohte Arten zu fördern, geht täglich weiterer Lebensraum verloren, etwa durch Übernutzung, Drainagen, Überbauung und Zerschneidung bislang intakter Landschaften. Die geltenden gesetzlichen Bestimmungen werden kurzfristiger Nutzungsinteressen wegen abgeschwächt. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Windenergie- und Solaroffensive, die auch vor Landschaftsperlen nicht Halt macht. Das Naturerbe wird unwiederbringlich zerstört.

Die Schweiz ist schon lange kein Vorbild mehr in Sachen Naturschutz. Sie weist im Vergleich mit anderen OECD-Ländern den höchsten Anteil gefährdeter Arten auf. Zudem stehen in der Schweiz gerade einmal 5,9 % der Landesfläche unter Schutz. Die reiche Schweiz liegt damit auf dem letzten Rang in ganz Europa! Unser Land unternimmt zu wenig, wenn es um den Erhalt von Natur und Landschaft und damit unserer Lebensgrundlagen geht. Der Wille und die zur Verfügung gestellten Mittel fehlen. So sind viele Naturschutzämter personell und finanziell stark unterdotiert. So darf es nicht weitergehen!

Die Biodiversitätsinitiative will den dramatischen Verlust an Artenvielfalt und die Zerstörung von Natur und Landschaft stoppen. Sie fordert eine Wende, bevor es zu spät ist: Sie verstärkt den Schutz der Biodiversität und der Landschaft in der Verfassung. Sie bewahrt, was bereits unter Schutz steht und schont, was ausserhalb geschützter Objekte liegt. Sie fordert mehr Flächen und mehr finanzielle Mittel für den Schutz der Biodiversität.

Konkret will die Biodiversitätsinitiative die Bundesverfassung mit einem Artikel 78a ergänzen, der verlangt, dass Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten dafür sorgen sollen, dass die zur Sicherung und Stärkung der Biodiversität erforderlichen Flächen, Mittel und Instrumente zur Verfügung stehen. Wir profitieren tagtäglich von den zahlreichen Leistungen, die uns die Biodiversität durch vielfältige Ökosysteme zur Verfügung stellt: Sauberes Wasser, saubere Luft und intakte Böden als Grundlage unserer Ernährung. Die Biodiversität bildet die Basis für unsere Gesundheit – und auch unsere Wirtschaft. Mehr Mittel zur Sicherung der Biodiversität kommen also gleich mehrfach auch uns selbst zugute.

Die Vogelwarte ist parteipolitisch neutral und verzichtet in der Regel auf Abstimmungsempfehlungen. Das Anliegen der Biodiversitätsinitiative kommt aber mitten aus der Bevölkerung und verfolgt die gleichen Ziele, für welche sich die Vogelwarte schon seit fast hundert Jahren engagiert. Die Vogelwarte sagt deshalb «Ja zur Biodiversitätsinitiative».