Vor knapp sieben Jahren lancierte die Vogelwarte nach Monaten der Vorbereitung das Grossprojekt Brutvogelatlas 2013–2016. In seinem Editorial in der August- Ausgabe des Avinews 2012 gab Lukas Jenni das Ziel vor, das die Vogelwarte mit dem Projekt verfolgte: Eine Grundlage zu schaffen für Folgearbeiten. Und bereits damals machte er klar, dass dieses Ziel nicht ohne Unterstützung erreicht werden kann: «Wir wollen ein Gemeinschaftswerk schaffen, das nur mit allen Freiwilligen zu erreichen ist, die sich für Vögel begeistern. Packen wir es gemeinsam an!»
Inzwischen ist der Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016 publiziert und steht allen Interessierten online kostenlos zur Verfügung. Und er hält sein Versprechen: Noch nie konnte der Schutz der Brutvögel der Schweiz auf eine ähnlich fundierte Grundlage zurückgreifen. Der neue Brutvogelatlas zeigt nicht nur die aktuelle Situation unserer Vögel, er veranschaulicht auch, wie sich deren Häufigkeit und Verbreitung in den letzten zwanzig Jahren verändert haben. Und weil Vögel mit ihren teils hochspezifischen Ansprüchen an den Lebensraum auch immer Gradmesser für dessen Zustand sind, zeigt das Werk auch klar auf, wo im Naturschutz Defizite bestehen.
Doch die Autorinnen und Autoren des Brutvogelatlas belassen es nicht bei der Beschreibung des Zustands der Vogelwelt oder deren Veränderung. Sie zeigen für einzelne Arten und ganze Vogelgruppen sowie für Lebensräume auf, welches die meist menschgemachten Gründe für diese Entwicklungen sind. Damit wird nicht nur klar, wo bzw. in welchen Lebensräumen gehandelt werden muss, sondern auch, welcher Handlungsbedarf konkret besteht. Grundlage dafür sind das über Jahre hinweg erarbeitete Wissen um die Ansprüche der Vögel an ihre Umwelt und die erfolgreich getesteten Fördermassnahmen.