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Sonnige Zeiten für die Vogelwelt?

August 2021

Die Kraft der Sonne soll in der Schweiz intensiv genutzt werden. Beim Ausbau der Photovoltaik ist es aber wichtig, auch den Vogelschutz zu berücksichtigen.

Die Schweiz möchte bis 2050 klimaneutral werden. Künftig soll gemäss der Energiestrategie 2050 des Bundes über 40 % des erneuerbaren Stroms mittels Photovoltaik (PV) gewonnen werden, also aus direkter Umwandlung von Sonneneinstrahlung in elektrische Energie. Neben dem Ausbau in privaten Haushalten ist auch mit dem Aufkommen von PV-Freiflächenanlagen in industriellem Massstab zu rechnen, die auf landwirtschaftlichen Flächen installiert werden. Dabei kann es zu Konflikten zwischen Stromproduktion und landwirtschaftlicher Nutzung, aber auch mit dem Natur- und Vogelschutz kommen, insbesondere in extensiv genutztem Offenland, alpinem Gelände, an südexponierten Felshängen und auf Gewässern. Durch Flächenverluste, Beschattung und Überschirmung sowie das Zerschneiden von Lebensräumen können Brutplätze für Offenlandvogelarten und Rasthabitate beeinträchtigt werden, zudem sind Kollisionen möglich. Anderseits bieten die Flächen zwischen den Paneelen bei künftig extensiver Bewirtschaftung auch Chancen für die Biodiversität.

Vogelschutz berücksichtigen

Ein umweltverträglicher Ausbau der Solarenergienutzung ist zu begrüssen. Die Vogelwarte empfiehlt, Flächen mit hoher Vorbelastung und geringer Bedeutung für den Naturschutz wie Flachdächer von Industriehallen und Einkaufszentren, Lärmschutzwände, Stützmauern, Brücken und weitere Infrastrukturen zu bevorzugen. Dagegen sind naturnahe Gebiete und Lebensräume sensibler Vogelarten zu meiden. Standorte mit hoher Vogeldichte sind ungeeignet, da es beispielsweise durch Verkoten auch zu von Vögeln ausgelösten Konflikten mit PV kommen kann, die den erwarteten Ertrag mindern könnten. Durch eine naturverträgliche Standortwahl und Ausgestaltung der Anlagen können negative Auswirkungen von Anfang an reduziert werden.