Seit über 20 Jahren geht die Zahl der überwinternden Wasservögel zurück, weil sie vermehrt im Norden bleiben. Bei den Brutvögeln nehmen wärmeliebende Arten wie Bienenfresser und Nachtigall zu. Dagegen gehen insbesondere bei Bergvögeln wie Alpenschneehuhn und Schneesperling die Bestände bei den immer höheren Temperaturen zurück. Das ist besonders dramatisch, ist die Schweiz doch Heimat für einen grossen Teil des europäischen Bestands dieser Arten.
Doch nicht nur kälteliebende Bergarten können betroffen sein. Rückgänge von Weissstorch, Gartenrotschwanz und Dorngrasmücke im letzten Jahrhundert stehen im Zusammenhang mit Dürren im Sahel, wo diese Arten überwintern. Die Klimaszenarien für die Sahelzone prognostizieren eine Zunahme von Überschwemmungen, aber eben auch Dürren. Das sind langfristig keine guten Nachrichten für unsere Langstreckenzieher.
Dazu kommen Extremwetterereignisse wie Stürme, die sogar einen Einfluss auf die Evolution haben können, wie Sie in dieser Avinewsausgabe nachlesen können. Bei all den grossen Veränderungen, die die Klimakrise mit sich bringen wird, ist es umso wichtiger, Lebensräume zu erhalten. Wir dürfen als Gesellschaft nicht die gleichen Fehler machen wie vor Jahrzehnten beim Klima und zu zögerlich Massnahmen ergreifen.
Für noch viel schnellere und noch dramatischere Auswirkungen als die steigenden Temperaturen sorgt der Lebensraumverlust. Darum müssen intakte Ökosysteme unbedingt erhalten werden – nicht zuletzt, weil sie mit den Auswirkungen der Klimaerhitzung besser zurechtkommen. Wo möglich sollten wir Aufwertungen umsetzten, wie die Mut machenden Entwicklungen im Grossen Moos und bei unseren Aufschwungprojekten zeigen.