Mit seinem leuchtend orangen Bauch, der weissen Stirn und seinem lebhaften Gesang ist der spatzengrosse Singvogel ein echter Blickfang. Seine Bedeutung geht jedoch weit über sein attraktives Aussehen hinaus. Der Gartenrotschwanz gilt als sogenannte Schirmart: wo er sich wohlfühlt, profitieren auch viele andere Arten wie der Wendehals, der Wiedehopf, verschiedene Fledermäuse, die Zauneidechse sowie Schmetterlinge und Heuschrecken.
Entscheidend für sein Überleben ist eine abwechslungsreiche Landschaft: alte Hochstamm-Obstbäume als Sitz- und Singwarten, Baumhöhlen oder Nisthilfen für die Brut sowie blütenreiche Wiesen mit einem hohen Insektenangebot als Nahrungsgrundlage. Ergänzende Strukturen wie Hecken, Asthaufen oder offene Bodenstellen machen den Lebensraum zusätzlich wertvoll.
Das Domleschg bietet hierfür ideale Voraussetzungen. Im Rahmen eines Förderprojekts der Schweizerischen Vogelwarte und des Umweltberatungsbüros Trifolium soll diese Vielfalt gezielt erhalten und weiterentwickelt werden. Wer im Domleschg einen Garten hat oder Obstgärten bewirtschaftet, kann dem Gartenrotschwanz unter die Flügel greifen und aktiv dazu beitragen, dass der kleine Sänger weiterhin hier lebt und wir ihm wieder öfter begegnen. Interessierte Menschen können sich zum Beispiel zur Gestaltung naturnaher Privat- und Obstgärten beraten lassen, an Exkursionen zur Vogelwelt teilnehmen oder Unterstützung beim Anlegen geeigneter Strukturen wie Nistkästen oder neuer Bäume erhalten. Die Landschaft soll so gestaltet werden, dass der Gartenrotschwanz auch künftig einen stabilen Bestand im Tal bilden kann. Wer mitmachen möchte, kann sich direkt bei der Regionalstelle Graubünden der Schweizerischen Vogelwarte melden.
Um den Gartenrotschwanz und weitere Arten im Domleschg besser kennenzulernen, lädt die Vogelwarte alle Interessierten zu geführten Exkursionen ein:
- Samstag, 9. Mai, 07:30 Uhr, Scharans, Posthaltestelle Dorf
- Montag, 11. Mai, 18:45 Uhr, Almens, Posthaltestelle Dorf
- Dienstag, 12. Mai, 18:45 Uhr, Rothenbrunnen, Posthaltestelle Dorf
- Mittwoch, 20. Mai, 18:45 Uhr, Scharans, Posthaltestelle Dorf