Die Regionalstelle Graubünden der Schweizerischen Vogelwarte und das Amt für Jagd und Fischerei haben gemeinsam eine neue Liste der Kantonalen Prioritätsarten erstellt. Grundlage bilden unter anderem die Nationalen Prioritätsarten sowie die Rote Liste des Bundesamts für Umwelt. Die neue kantonale Übersicht zeigt klar auf, für welche Vogelarten Graubünden eine besondere Verantwortung trägt und wo gezielte Schutzmassnahmen besonders wirksam sind.
Insgesamt wurden 48 Vogelarten als kantonal prioritär eingestuft. Besonders im Fokus stehen sechs Arten mit hoher kantonaler Priorität: Auerhuhn, Bartgeier, Wachtelkönig, Flussuferläufer, Weissrückenspecht und Braunkehlchen. Ihre Bestände sind in Graubünden von überdurchschnittlicher Bedeutung, gleichzeitig sind sie stark auf gezielte Förder- und Schutzmassnahmen angewiesen.
Die Ergebnisse zeigen klar: Für gefährdete Brutvogelarten der Alpen, der Wälder und der vor allem der traditionellen Kulturlandschaften sind intakte Lebensräume in Graubünden unverzichtbar. Für Gastvögel oder Wasservögel hingegen spielt der Kanton eine deutlich geringere Rolle.
Die neue Prioritätenliste dient als wichtige Grundlage, um den Vogelschutz in Graubünden gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig gilt: Auch Arten ohne Prioritätsstatus verdienen Aufmerksamkeit und profitieren von Massnahmen. Denn wo vielfältige Lebensräume geschützt und laufende Fördermassnahmen umgesetzt werden, findet die Vogelwelt, und mit ihr die Natur insgesamt, eine Zukunft!