Diesem Konflikt ist nur mit einer Planung und einer vorausschauenden Pflege im Winter zu begegnen. Bei Arbeiten von November bis März stört man Pflanzen und Tiere am wenigsten. Dazu kommt, dass das Astgerüst der Gehölze gut sichtbar ist, sodass für den Schnitt die natürliche Wuchsform der Pflanzen am besten berücksichtigt werden kann. Um Strassen und Wege freizuhalten, ist grosszügiges Ausschneiden angezeigt. Idealerweise wird bereits beim Pflanzen der Gehölze genug Abstand zum nächsten Weg eingerechnet. Wenn berücksichtigt wird, wie breit und hoch die betreffende Gehölzart am konkreten Standort werden kann, dann bleibt auch Jahre später noch ein ausreichend breiter Streifen zwischen Hecke und Weg frei. Damit erübrigt sich auch bei starkem Wuchs im Frühling, dass zur Brutzeit ein Rückschnitt zwingend nötig wird.
Fruchttragende Sträucher sollten aus Rücksicht auf die Tierwelt möglichst lange nicht geschnitten werden, denn sie bilden eine wichtige Nahrungsquelle. Im Herbst kann das Laub unter den Sträuchern getrost liegen gelassen werden, denn es bildet den idealen Boden für eine Krautschicht unter den Sträuchern. Das Schnittgut muss also nicht immer gehäckselt oder entsorgt, sondern kann auch zu einem wertvollen Haufen geschichtet werden.
Hecken eignen sich dann besonders als Nistplätze für Vögel, wenn sie möglichst gut verwachsen sind. Es ist deshalb darauf zu achten, dass Sträucher bei der Pflege nicht zu stark aufgelockert werden und immer an der gleichen Aststelle geschnitten werden. Dadurch verästelt sich der Strauch dort stark und bildet Nistgelegenheiten.
Weitere Hinweise zum Naturnahen Garten und zum Heckenschnitt finden sich in den Merkblättern für Vogelschutz, welche die Vogelwarte gemeinsam mit BirdLife Schweiz herausgibt.