Um die Konkurrenz der Mittelmeermöwe mit Lachmöwe und Flussseeschwalbe zu entschärfen, ist es wichtig, das bestehende Angebot von Bruthilfen weiterhin zu pflegen und auszubauen. Durch Renaturierung von Gewässern und Wiedervernässung von Feuchtgebieten können langfristig wieder natürliche Brutplätze geschaffen werden. Kurzfristig hilft es, wenn bestehende Bruthilfen erst bei der Ankunft der Lachmöwe ab März oder der Flussseeschwalbe ab Ende April zum Brüten freigegeben werden, in dem man die Flosse erst dann auswassert oder Plattformen bis dahin zugedeckt lässt. Sobald sich eine Kolonie von Lachmöwen oder Flussseeschwalben gebildet hat, können die brütenden Paare den Brutplatz gegen die grössere Art meist gemeinsam verteidigen. In den letzten Jahren haben sich auch Metallgitter bewährt, die den kleineren Arten den Zugang ermöglichen und der Mittelmeermöwe die Landung verunmöglichen. Das genügend grosse Angebot an Brutplätzen für Lachmöwe und Flussseeschwalbe ist auch wichtig, damit bei Ansiedlungen und Spezialisierung von Prädatoren in Kolonienähe (in den letzten Jahren wurden z.B. auch Schwarzmilan, Mäusebussard, Uhu und Rabenkrähe nachgewiesen) ein Ausweichen auf andere Brutplätze möglich ist.
Die bisherigen Massnahmen zum Schutz der beiden kleineren Arten scheinen erfolgreich zu sein: Der Bestand der Lachmöwe hat sich mittlerweile auf tiefem Niveau mehr oder weniger stabilisiert, während der Bestand der Flussseeschwalbe seit Jahren deutlich ansteigt, und neu angebotene Brutplätze besiedelt wurden.