Mit seinem rostbraunen Gefieder, dem hellen Kopf und dem charakteristisch gegabelten Schwanz ist er leicht zu erkennen. Er segelt oft in weiten Kreisen über Wiesen, Felder und Waldränder, stets auf der Suche nach Beute oder Aas. Das Landschaftsmosaik der Schweiz kommt ihm sehr entgegen. Er ist anpassungsfähig, was seine Nahrung betrifft, und profitiert sowohl von häufigen Grasschnitten als auch von Fütterungen und Futterquellen in Siedlungen – wie beispielsweise unbewachtes Grillgut!
Auch sein Zugverhalten hat er angepasst. Früher zogen im Herbst alle Schweizer Rotmilane auf die Iberische Halbinsel, um dort zu überwintern. Dank der Besenderung zahlreicher Vögel konnte die Schweizerische Vogelwarte zeigen, dass die meisten Jungvögel nach wie vor nach Südwesten ziehen. Je älter die Vögel jedoch werden, desto eher bleiben sie in der Schweiz. Mittlerweile überwintert rund die Hälfte der Schweizer Rotmilane bei uns. Ein beachtlicher Teil dieser Vögel versammelt sich abends an gemeinsamen Schlafplätzen, an denen sich über 100 Individuen versammeln können.
Wer im Schweizer Mittelland seinen Blick gen Himmel richtet, hat gute Chancen, einen Rotmilan zu entdecken. Dabei wird oft vergessen, wie aussergewöhnlich das ist: Der Rotmilan brütet nämlich ausschliesslich in Europa. Die Brutpaare der Schweiz entsprechen rund zehn Prozent des Weltbestands! Die Schweiz trägt daher eine hohe internationale Verantwortung für den Schutz des Rotmilans.
Halten Sie im August die Augen offen – vielleicht entdecken Sie unseren Vogel des Monats, wie er lautlos seine Kreise zieht. Oder besuchen Sie uns und erfahren Sie mehr über diesen spannenden Vogel im Vortrag unseres Rotmilan-Experten Patrick Scherler am 27. August.