Um anspruchsvolle Arten wie die Heidelerche im Jurabogen auch weiterhin erhalten zu können, muss der Schutz und die Förderung der extensiv genutzten, arten- und strukturreichen Jurawiesen und –weiden mit hoher Priorität vorangetrieben werden. Dieser Schutz darf sich nicht nur auf die aktuelle Qualität der Bodenvegetation an einem bestimmten Ort beschränken, sondern muss auch die kleinstrukturelle Vielfalt und den Abwechslungsreichtum der Landschaft einbeziehen, denn auch dies sind Schlüsselfaktoren der Biodiversität. Nur die Wiesen und Weiden zu erhalten, die im Inventar der Trockenstandorte von nationaler Bedeutung figurieren, reicht erfahrungsgemäss nicht aus, weil diese oft zu klein sind und ihre Qualität bereits beeinträchtigt ist.
Heutzutage ist eine umfassendere und nachhaltigere Bewirtschaftung der mageren Juraweiden und Waldweiden erforderlich, denn neben Steinfräsen sind derzeit noch diverse andere Verfahren zur intensiveren Landnutzung im Einsatz. Integrierte Bewirtschaftungspläne zielen darauf ab, die vorhandenen Ressourcen besser mit den Ansprüchen der Land- und Forstwirtschaft, des Umweltschutzes und der Gesellschaft in Übereinstimmung zu bringen. Verschiedene gute Beispiele dafür gibt es im Jura bereits, darunter etwa der vorbildliche Mehrjahresplan Natur und Landschaft des Kantons Solothurn, aber weitere Fortschritte sind dringend nötig. Schliesslich spielen die mageren Juraweiden nicht nur eine wichtige Rolle bei der Erhaltung bedrohter Arten, sondern dank ihres Erholungswertes für die Bevölkerung auch bei der touristischen Förderung. Wenn sich der politische Wille der Industrialisierungstendenz in der Landwirtschaft in dieser Region nicht mit Macht entgegenstellt, sieht die Zukunft für die charakteristische Juralandschaft düster aus.