Obwohl in den Bergen noch Schnee liegt und der Bergfrühling noch manche bitterkalte Nacht mit sich bringt, beginnt für die Steinadler bereits im Februar eine aufregende Zeit: die Balz. Mit eindrucksvollen Flugmanövern, den sogenannten Girlandenflügen, zeigen die Vögel ihre Paarbindung und ihre Bereitschaft zur Fortpflanzung. Intensive Vorbereitung des Horsts inklusive Probeliegen durch das Weibchens, gehen der Eiablage zwischen etwa Mitte März bis Mitte April voraus. Das Weibchen legt ein bis zwei Eier, die sofort bebrütet werden.
Der Engadiner Steinadler-Bestand wird bereits seit 1970 sehr engmaschig überwacht. Die Schweizerische Vogelwarte führt gemeinsam mit der lokalen Wildhut sowie ausgewählten Helferinnen und Helfern ein intensives Monitoring der 34 Steinadlerreviere durch.
Dabei werden die Brutpaare und ihre Aktivitäten während der gesamten Saison von der Balz über die Eiablage bis hin zur Aufzucht genau beobachtet. Erfasst wird unter anderem, ob ein Paar brütet, wie sich die Jungvögel entwickeln und wie viele davon schließlich erfolgreich ausfliegen. Diese Daten liefern wichtige Hinweise zur Bestandsentwicklung und zum langfristigen Schutz dieser beeindruckenden Greifvögel.