In einem ersten Schritt wollte das Forscherteam verstehen, in welchen Weinbergen sich die Heidelerchen bevorzugt aufhalten, respektive ob sie eine Vorliebe für eine der beiden Bewirtschaftungstypen «begrünt» oder «unbegrünt » haben. Da die Vögel mit dem Beginn der Brutzeit schwierig zu entdecken und zu beobachten sind, wurden ihre Aufenthaltsorte während drei Brutsaisons mittels Radiotelemetrie bestimmt. Gleichzeitig wurden die Nester in den Weinbergen gesucht, um so wichtige Informationen über ihre Vorlieben bei der Wahl des Neststandortes zu gewinnen. Zudem wurde die Insektendichte in den verschiedenen Weinbergen untersucht, da die Lebensraumnutzung der insektenfressenden Vögel zu einem Grossteil vom Nahrungsangebot und dessen Verfügbarkeit bestimmt wird. Die Forschenden fanden heraus, dass je stärker begrünt und je vielfältiger die Begrünung war, umso höhere Insektendichten konnten in den Weinbergen gefunden werden konnten. Dies wiederum erklärt die entsprechende Lebensraumnutzung der Heidelerche. Die Resultate zeigten nämlich deutlich, dass Heidelerchen bei der Wahl der Reviere nicht nur begrünte Weinberge bevorzugten, sondern vor allem diejenigen, die eine artenreichere Pflanzengesellschaft aufwiesen. Weiter schien die strukturelle Vielfalt der Bodenvegetation wichtig, um den unterschiedlichen Ansprüchen der Heidelerche zu genügen. Bei der Nahrungssuche wählten Heidelerchen begrünte Parzellen mit einer lückigen Vegetation, welche einen hohen Anteil an offenen Bodenstellen aufwiesen. Dies ermöglicht einen besseren Zugang zur Beute. Bei der Wahl des Neststandortes zeigte sich aber, dass die Heidelerchen Stellen mit möglichst dichtem und hohem Pflanzenwuchs bevorzugten. Im Schutz der Vegetation scheinen Gelegeverluste durch tagaktive Rabenvögel und nachtaktive Füchse tiefer zu sein.