Im Gegensatz zur paarweise nistenden Rabenkrähe brütet die Saatkrähe in Kolonien. Ein Grossteil der 5800–7300 Brutpaare der Schweiz befindet sich in Städten. Besonders ab Mai, wenn beide Eltern ihrem Nachwuchs Nahrung bringen, kann es an den Kolonien laut werden, was zu Klagen bei Anwohner führen kann. Die akustische Kommunikation spielt bei der sozialen Saatkrähe aber eine ganz wichtige Rolle. Schallpegelmessungen haben zudem gezeigt, dass die Rufe der Saatkrähen deutlich unter denen des Verkehrslärms liegen. Dass die Rufe der Saatkrähen dennoch als störender bezeichnet werden, zeigt, wie wenig guten Willen den Vögeln entgegen gebracht wird. Insbesondere wenn sich unter den Nestern Park-, Sitz- oder Spielplätze, Trottoirs oder Bushaltestellen befinden, bergen Verschmutzungen wegen Kot weiteres Konfliktpotenzial.
Um die Ansiedlung von Saatkrähen zu verhindern, wurden schon Versuche mit zahlreichen Methoden durchgeführt. Häufiger Baumschnitt, Einsatz von Attrappen, optisches Verscheuchen, Laserstrahlen und weitere Techniken wurden an verschiedenen Orten mit unterschiedlichem Erfolg angewandt. Meistens führte dies zur Gründung neuer Kolonien in der Umgebung. Das Problem wird damit verlagert, doch kaum je gelöst. Aus Sicht der Vogelwarte müssen Massnahmen bis zum Beginn der Schonzeit Mitte Februar abgeschlossen sein. Allfällige Eingriffe und deren Auswirkungen zu dokumentieren ist die Voraussetzung, um daraus zu lernen und allfällige weitere Eingriffe entsprechend zu optimieren.