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© Marcel Burkhardt

Für seine Brut benötigt der Kiebitz offene, wenig bewachsene Feuchtwiesen und Ackerflächen oder Brachen. Im Untersuchungsgebiet der Studie spielen auch Maisfelder eine bedeutende Rolle, als Brutplatz und als Nahrungsgebiet für die Küken.

News - Hintergrund

Vernässte Flächen und Nesterschutz für den Kiebitz

August 2024

Die Vogelwarte fördert seit Jahren die Kiebitz-Population in der Wauwiler Ebene. Dabei zeigt sich, dass der Schutz der Nester und Küken mit Zäunen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Population leistet, aber allein nicht ausreicht.

Die Schweizer Kiebitz-Population ist stark von Schutzmassnahmen abhängig. Für ihren Erhalt braucht es mindestens 0,8 flügge Jungvögel pro Brutpaar, ein Wert, der allerdings nicht jedes Jahr erreicht wird. Eine neue Studie der Vogelwarte zeigt nun, dass die Kiebitze der Wauwiler Ebene genug Nachwuchs für das langfristige Überleben der Population aufziehen können, wenn genügend geeigneter Lebensraum zur Verfügung steht und die Erbeutung der Eier und Küken, vor allem durch den Rotfuchs, reduziert wird.

Für den Schutz vor Beutegreifern sind Schutzzäune von zentraler Bedeutung. Seit dem Jahr 2005 waren rund 80 Prozent der Nester durch einen Zaun geschützt. Aus diesen geschützten Nestern wiederum schlüpften in knapp 80 Prozent der Fälle Kiebitzküken. Bei den Nestern, die ausserhalb eines Schutzzauns lagen, lag dagegen die Schlupfrate unter 20 Prozent. Mithilfe von individuellen Markierungen durch Farbringe konnte gezeigt werden, dass Küken innerhalb der Schutzzäune besser überlebten als ausserhalb. Dank der engen Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten waren Verluste von Nestern und Küken durch die Bewirtschaftung im Gebiet gering.

Neben dem Einfluss von Beutegreifern spielte auch die Witterung eine entscheidende Rolle. Der Schlupferfolg war bei einem Anteil von rund 90 Prozent trockenen Stunden zur Zeit der Eiablage am höchsten. Bei zu nassen oder auch zu trockenen Bedingungen dagegen war der Schlupferfolg geringer. Der Niederschlag hat auch einen Einfluss auf das Überleben der Küken, wobei insbesondere zu trockene Bedingungen problematisch sind. Dann finden die Küken zu wenig Nahrung, da sich Bodenlebewesen in tiefere Schichten zurückziehen und schwieriger zu erreichen sind.

Neben Schutzmassnahmen braucht der Kiebitz ausreichend geeigneten Lebensraum. Er profitiert von speziell für ihn angelegte Brachen und temporär vernässten Wiesen und Äckern. Angesichts der immer trockeneren Sommer haben solche Flächen eine grosse Bedeutung für den Kiebitz und weitere Arten, die auf Feuchtflächen angewiesen sind.

Korner, P., S. Hohl & P. Horch (2024): Brood protection is essential but not sufficient for population survival of lapwings Vanellus vanellus in central Switzerland. Wildl. Biol. 21: 29. https://doi.org/10.1002/wlb3.01175

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Vogelarten
Kiebitz
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