Für Vögel mit grosser Flügelspannweite sind Mittelspannungsmasten ohne Isolation gefährlich. Je nach Konstruktionstyp können Vögel bereits ab Falkengrösse betroffen sein. Wenn ein Vogel zwei stromführende Elemente oder von seinem geerdeten Sitzplatz auf dem Mast aus ein stromführendes Element berührt, wird ein Kurz- bzw. Erdschluss ausgelöst. Für den Vogel enden beide Szenarien in der Regel tödlich.
Besonders gefährdet sind Uhu und Weissstorch, beides Prioritätsarten für die Artenförderung. Eine Studie der Universität Bern zeigte, dass Stromschlag für die Hälfte aller durch den Menschen verursachten Todesfälle von Junguhus verantwortlich war. Der Uhubestand im Wallis könnte sich ohne Todesfälle an Mittelspannungsmasten innerhalb von acht Jahren verdreifachen. Im Kanton Graubünden hätte es Platz für doppelt so viele Uhureviere, wie die aktuell 25–35. Auch bei 19 % der beringten Weissstörche, die in der Schweiz tot aufgefunden worden waren, wurde Stromschlag als Todesursache angegeben. Der Handlungsbedarf ist also gut belegt.