Die Schweizer Seen und Flüsse sind meist die ersten eisfreien Gewässer, die nordische Wasservögel auf der Flucht vor der grimmigen Winterkälte ihrer Brutgebiete antreffen. Die Schweiz ist daher ein sehr wichtiges Gebiet für überwinternde Wasservögel. Dank den Internationalen Wasservogelzählungen wissen wir, dass bei neun Wasservogelarten so viele Individuen bei uns überwintern, dass die Schweiz für diese sogar eine internationale Bedeutung hat. Beispiele dafür sind Reiherente und Kolbenente.
Jedes Jahr beteiligen sich schweizweit bis zu 500 Freiwillige. Manche von ihnen sind seit mehr als 30 Jahren dabei! Die langjährigen Zählungen seit 1967 ermöglichen es auch, langfristige Entwicklungen aufzuzeigen. Bis in die 1990er Jahre stieg die Anzahl überwinternder Wasservögel stark an. Dies dürfte wesentlich durch die starke Zunahme der Wandermuschel bedingt gewesen sein, die einigen Enten als Nahrung dient. Nach einer Phase der Stabilisierung gehen die Bestände seit der Jahrtausendwende wieder zurück. Hauptgrund ist wohl der Klimawandel: Gewässer im Norden bleiben mittlerweile ganzjährig eisfrei, so dass es für die Wasservögel nicht mehr nötig ist, so weit südwärts zu fliegen.