Indirekte Ortung im Jahresverlauf: miniaturisierte Geolokatoren

    Will man Zugrouten, Rastgebiete und Winterquartiere von Kleinvögeln wie der Rauchschwalbe oder dem Steinschmätzer ermitteln, so sind satellitengestützte Ortungssysteme dazu zu schwer. Seit wenigen Jahren gibt es eine leichtgewichtigere Alternative: den Geolokator. Geolokatoren messen die Intensität des Sonnenlichts und zeichnen diese zusammen mit der genauen Uhrzeit auf. Aus diesen Daten können sodann die Dämmerungszeiten und daraus wiederum geografische Längen und Breiten berechnet werden.

    Ziele

    Die Schweizerische Vogelwarte entwickelt und produziert zusammen mit der Berner Fachhochschule, Burgdorf, zwei Typen von Geolokatoren: Einerseits ein möglichst leichtes Gerät (0,5 g), mit welchem ausschliesslich Positionsdaten erfasst werden können. Der zweite Typ ist etwas schwerer (1,3 g), kann aber zusätzlich zu den Positionsdaten Temperatur, Luftdruck (Flughöhe), Beschleunigung (Aktivität) sowie das Erdmagnetfeld messen.

    Vorgehen

    Hard- und Software der Geolokatoren werden von der Berner Fachhochschule unter der Leitung der Schweizerischen Vogelwarte entwickelt. Die Schweizerische Vogelwarte testet und produziert die Geräte.

    Bedeutung

    Vor der Einführung des Geolokators war das Wissen über die Aufenthaltsorte unserer einheimischen Singvögel ausserhalb der Brutsaison äusserst bruchstückhaft. Dank des Geolokators ist es nun möglich, den räumlichen und zeitlichen Ablauf des Zuges von einzelnen Individuen über ein ganzes Jahr aufzuzeichnen.

    Ergebnisse

    Der 0.5g leichte Geolokator und der Multisensorlogger GDL3_PAM sind einsatzfähig und werden in verschiedenen Projekten eingesetzt. Möglichkeiten der Datenanalyse und die darauf aufbauende Resultate sind unter der Rubrik «Publikationen» aufgelistet.

    Geolocation Manual

    Projektleitung

    Schweizerische Vogelwarte: Felix Liechti, Erich Bächler
    Berner Fachhochschule: Roger Weber

    Partner

    Berner Fachhochschule

    Donatoren

    BAFU, Umwelttechnologieförderung

    Publikationen

    Brlík, V., J. Kole?ek, M. Burgess, S. Hahn, D. Humple, M. Krist, J. Ouwehand, E. L. Weiser, P. Adamík, J. A. Alves, D. S. Arlt, Bari?i?, D. Becker, E. J. Belda, V. Beran, C. Both, S. P. Bravo, M. Briedis, B. Chutný, D. ?ikovi?, N. W. Cooper, J. S. Costa, V. R. Cueto, T. Emmenegger, K. Fraser, O. Gilg, M. Guerrero, M. T. Hallworth, C. Hewson, F. Jiguet, J. A. Johnson, T. Kelly, D. Kishkinev, M. Leconte, T. Lislevand, S. Lisovski, C. López, K. P. McFarland, P. P. Marra, S. M. Matsuoka, P. Matyjasiak, C. M. Meier, B. Metzger, J. S. Monrós, R. Neumann, A. Newman, R. Norris, T. Pärt, V. Pavel, N. Perlut, M. Piha, J. Reneerkens, C. C. Rimmer, A. Roberto-Charron, C. Scandolara, N. Sokolova, M. Takenaka, D. Tolkmitt, H. van Oosten, A. H. J. Wellbrock, H. Wheeler, J. van der Winden, K. Witte, B. K.Woodworth, & P.Procházka (2020):
    Weak effects of geolocators on small birds: A meta-analysis controlled for phylogeny and publication bias.
    Lisovski, S., S. Bauer, M. Briedis, S. C. Davidson, K. L. Dhanjal-Adams, M. T. Hallworth, J. Karagicheva, C. M. Meier, B. Merkel, J. Ouwehand, L. Pedersen, E. Rakhimberdiev, A. Roberto-Charron, N. E. Seavy, M. D. Sumner, C. M. Taylor, S. J. Wotherspoon, E. S. Bridge (2020):
    Light-level geolocator analyses: A user's guide.
    Dhanjal-Adams, K. L., S. Bauer, T. Emmenegger, S. Hahn, S. Lisovski & F. Liechti (2018):
    Spatiotemporal Group Dynamics in a Long-Distance Migratory Bird.
    Liechti, F., S. Bauer, K. L. Dhanjal-Adams, T. Emmenegger, P. Zehtindjiev & S. Hahn (2018):
    Miniaturized multi-sensor loggers provide new insight into year-round flight behaviour of small trans-Sahara avian migrants.
    Meier, C. M., H. Karaadiç, R. Aymí, S. G. Peev, E. Bächler, R. Weber, W. Witvliet & F. Liechti (2018):
    What makes Alpine swift ascend at twilight? Novel geolocators reveal year-round flight behaviour.
    Liechti, F., W. Witvliet, R. Weber & E. Bächler (2013):
    First evidence of a 200-day non-stop flight in a bird.